[[anmerkung der redaktion: dieses ana.word wurde von ki (chatgpt) im stil von tbz geschrieben]] .-.-.-.-.-.-.- Gerne — ich würde die letzte Fassung noch etwas weniger „essayistisch“ und etwas mehr nach einem spontanen Gedankenstrom klingen lassen. Dabei bleibt sie eigenständig und kopiert nicht den konkreten Stil einer Person. also gestern also gestern. ich wollte eigentlich nur milch kaufen. mehr nicht. milch. und dann stand ich bei der migros an der kasse hinter einem typen, der seinem kollegen erzählt hat, dass „bald sowieso alles von der ki gemacht wird“. ich dachte: super. ich wollte milch. jetzt sind wir bei der ki. ich habe übrigens nichts gegen ki. also ich glaube zumindest nicht, dass ich etwas gegen ki habe. ich benutze sie ja selbst. das ist ein bisschen so, wie wenn man sagt: „ich habe nichts gegen autos“ und dann seit zwanzig jahren fahrrad fährt. ich habe die ki neulich gefragt, was sie von rechtsextremismus hält. sie hat ungefähr drei sekunden gebraucht und dann einen sehr ordentlichen text darüber geschrieben, warum rechtsextremismus menschenfeindlich ist. alles korrekt. alles schön formuliert. alles ein bisschen steril. ich dachte: ja. stimmt. aber irgendwie möchte ich trotzdem nicht, dass mir eine maschine erklärt, warum man andere menschen nicht hassen sollte. das sollte eigentlich noch ohne technologische hilfe funktionieren. am nächsten morgen sass ich im bus. neben mir ein typ mit kaffee. vielleicht war es derselbe von gestern. keine ahnung. fremde menschen sehen für mich alle ein bisschen gleich aus, solange ich sie nicht mindestens dreimal gesehen habe. er hatte sein handy in der hand und schaute irgendwelche videos. irgendwann hielt er mir eines hin. „schau mal.“ es ging wieder um politik. „die da oben.“ ich frage mich manchmal, wer „die da oben“ eigentlich genau sind. wahrscheinlich ist das praktisch. man muss niemanden kennen. man muss nur wissen, dass er oben ist. und dass man selbst unten ist. irgendwer muss schuld sein. der typ zeigte mir einen post. ziemlich heftiger post. etwas über ausländer, irgendwas mit „unserem land“ und dann noch ein paar sachen, die ich hier gar nicht wiederholen möchte, weil sie auch nicht besser werden, wenn man sie abschreibt. ich fragte: „woher kommt das?“ „hat mir ein kollege geschickt.“ „und der?“ „keine ahnung.“ ah. quelle: kollege. quelle des kollegen: keine ahnung. quelle der keine ahnung: internet. das ist inzwischen fast schon eine wissenschaftliche methode. ich sagte: „vielleicht stimmt das ja gar nicht.“ er sagte: „doch.“ ich fragte: „woher weisst du das?“ „steht da.“ ja. das ist schwierig. wenn etwas auf einem bild steht, muss es natürlich stimmen. ich glaube, mein drucker ist auch sehr vertrauenswürdig. ich habe später darüber nachgedacht, wie praktisch ki für so etwas sein kann. früher musste irgendein idiot einen rassistischen text selber schreiben. heute kann er schreiben: „mach mir einen emotionalen post darüber, warum die gesellschaft von fremden bedroht wird.“ und die ki macht. nicht weil sie das glaubt. sie glaubt gar nichts. sie hat keine angst. keinen hass. keinen opa, der ihr irgendwann erzählt hat, dass früher alles besser war. sie kennt auch keinen arbeitskollegen, der ihr seit 2007 auf die nerven geht. sie produziert einfach text. und genau das macht es irgendwie unangenehm. weil plötzlich alles besser klingt. eine schlechte idee kann plötzlich sehr vernünftig formuliert werden. „wir müssen uns schützen.“ klingt besser als: „ich habe angst vor menschen, die anders sind als ich.“ „wir müssen unsere kultur bewahren.“ klingt besser als: „ich möchte nicht, dass sich etwas verändert.“ „man wird das ja wohl noch sagen dürfen.“ klingt besser als: „ich möchte keine kritik bekommen.“ sprache kann viel. manchmal macht sie einen gedanken klarer. manchmal versteckt sie ihn. und wahrscheinlich ist das mein grösstes problem mit ki. nicht, dass sie schreibt. sondern dass sie so gut darin ist, so zu tun, als wäre alles klar. ich frage etwas. sie antwortet. ich frage nach. sie antwortet wieder. immer ruhig. immer freundlich. immer: „das ist eine interessante frage.“ irgendwann habe ich angst, dass sie selbst dann noch sagt: „das ist eine interessante frage“, wenn ich ihr sage, dass mein toaster brennt. „das ist tatsächlich eine interessante Beobachtung.“ nein. der toaster brennt. hol wasser. vielleicht sollten wir überhaupt wieder öfter sagen: ich weiss es nicht. ist ein unterschätzter satz. ich weiss es nicht. woher kommt die information? ich weiss es nicht. stimmt sie? ich weiss es nicht. warum hasst dieser mensch diesen anderen menschen? ich weiss es nicht. aber genau danach kann man anfangen. nachfragen. nachlesen. widersprechen. man muss nicht sofort eine fertige meinung haben. das ist wahrscheinlich etwas, worin menschen und ki sich ziemlich unterscheiden. die ki gibt dir meistens eine antwort. menschen sitzen manchmal einfach da und sagen: „hä?“ und ehrlich gesagt ist „hä?“ politisch manchmal ein ziemlich guter erster schritt. der typ im bus stieg zwei stationen später aus. ich sagte noch: „tschüss.“ er sagte: „tschüss.“ mehr nicht. vielleicht war er rechtsextrem. vielleicht war er es nicht. vielleicht hat er einfach irgendeinen dummen post weitergeschickt. ich weiss es nicht. und vielleicht ist das auch okay. ich muss nicht jeden menschen sofort einordnen. links. rechts. gut. böse. wir. die. manchmal ist ein fremder einfach ein fremder. mit kaffee. mit einem schlechten video. und wahrscheinlich mit genauso vielen offenen fragen wie ich. zu hause habe ich dann meinen eigenen text geschrieben. also diesen hier. ich habe zwischendurch die ki geöffnet und überlegt, ob ich ihn ihr geben soll. „mach ihn besser.“ sie würde es wahrscheinlich können. klarer. schöner. intelligenter. mit einer besseren letzten zeile. vielleicht sogar mit einem richtig guten schluss. aber genau das wollte ich plötzlich nicht. weil ich gar nicht weiss, ob ein Text immer besser wird, wenn er besser klingt. vielleicht darf ein Satz auch mal komisch sein. vielleicht darf man abschweifen. vielleicht darf man „also“ schreiben, obwohl man noch gar nicht weiss, was danach kommt. das ist ja eigentlich das schöne am Denken. dass man manchmal erst beim Reden merkt, was man denkt. eine Maschine kann meinen Satz verbessern. aber sie kann nicht wissen, warum ich gerade hier sitze und über einen Typen im Bus nachdenke, den ich wahrscheinlich morgen schon wieder vergessen habe. und vielleicht ist das auch die Sache mit der KI und dem ganzen politischen Zeug. die Maschine ist nicht das Problem. der Mensch ist auch nicht automatisch das Problem. aber Menschen können sehr überzeugend sein, wenn sie Angst haben. und Maschinen können sehr überzeugend klingen, ohne überhaupt irgendetwas zu fühlen. zusammen ist das vielleicht eine ziemlich schlechte Kombination. also sollten wir vielleicht aufpassen. nicht vor der KI. sondern vor uns selbst. vor dem Bedürfnis, immer sofort recht zu haben. vor dem Bedürfnis, einen Schuldigen zu finden. vor dem Bedürfnis, aus „den anderen“ irgendwann „die anderen“ zu machen. weil da irgendwo der Moment liegt, an dem aus einem Gedanken ein Feindbild wird. und aus einem Feindbild irgendwann etwas viel Schlimmeres. dafür braucht es keine KI. das haben wir Menschen schon ganz alleine geschafft. mehrmals sogar. ich bin danach noch zur migros. milch kaufen. habe ich fast vergessen. stand vor dem regal und wusste plötzlich nicht mehr, ob ich vollmilch oder halbentrahmte wollte. eine sehr schwierige Entscheidung. ich habe die ki nicht gefragt. ich habe einfach irgendeine genommen. war wahrscheinlich falsch. aber wenigstens war es meine eigene falsche Entscheidung. und irgendwie fand ich das schön. also. nicht die milch. die entscheidung. ein bisschen selber danebenliegen. ein bisschen nicht wissen. ein bisschen suchen. und manchmal vielleicht auch sagen: keine ahnung. ich schaue nach. ich glaube, das wäre für den anfang gar nicht so schlecht. für die politik. für die KI. für uns. und für die milch. [[anm.der red. das war nun alles von chatgpt]] -- = -- -- = -- -- = -- a n a . w o r d s aus dem hellblauen salon furcht und schrecken seit 1997 vragen & kommentare & texte, die ihr davon findet, sie seien es wert, dass es die ganze welt erfaehrt, oder mindestens die redaktion, dann mailto:words@ana.ch du willst auch? immer mehr? dann abonnier auch du ana.words: http://ana.ch/txt/444 hast du genug? immer weniger? dann bestell doch nicht ana.words ab: http://ana.ch/txt/444 reicht ana.words weiter!