ana.words, tbz hat sich ersetzt, teil 3 von 7

ana.words, tbz hat sich ersetzt, teil 3 von 7
16. September 2026 tbz
In sex, drugs and techno
[[anmerkung der redaktion:
dieses ana.word wurde von ki (chatgpt) im stil von tbz geschrieben]]

.-.-.-.-.-.-.-

[prompt tbz]
gerne kürzer, 10'000 zeichen
[ende prompt tbz; folgendes chatgpt]


Klar — ich würde ihn auf etwa die Hälfte kürzen und dabei die
persönliche Geschichte stärker als roten Faden verwenden. Den Stil halte
ich eigenständig, aber mit den gewünschten Merkmalen: kleingeschrieben,
trocken, sprunghaft, politisch und etwas absurd.

also.

gestern hat mir eine ki gesagt,
ich solle ruhig bleiben.

das ist grundsätzlich
kein besonders guter satz.

vor allem nicht,
wenn man gerade versucht,
einen text über rechtsextremismus
zu schreiben.

ich hatte sie nämlich gefragt:

„was hältst du von rechtsextremismus?“

sie hat kurz gerechnet.

also vermutlich.

dann kam:

„rechtsextremismus ist eine
menschenfeindliche politische
ideologie, die—“

ich habe aufgehört zu lesen.

nicht weil es falsch war.

sondern weil ich keine lust hatte,
mir von einer maschine erklären zu lassen,
dass menschenfeindlichkeit
eine schlechte idee ist.

das weiss ich selbst.

zumindest hoffe ich das.

am nächsten morgen
sass ich im bus.

das ist wichtig,
weil man im bus sehr viel
über die gesellschaft lernt.

zum beispiel:

niemand setzt sich neben dich,
wenn noch ein einzelner sitz frei ist.

ausser der bus ist voll.

dann plötzlich:

körperkontakt.

solidarität.

gemeinschaft.

kommunismus.

ich sass also da.

neben mir ein typ
mit einem kaffeebecher
und einem smartphone.

auf dem becher stand:

„make today amazing.“

ich fand das ziemlich ambitioniert
für 8:17 uhr.

ich hatte um 8:17
noch nichts amazing gemacht.

ich war angezogen.

das war mein grösster erfolg.

der typ scrollte auf seinem handy.

ein video.

noch eins.

noch eins.

irgendwann hielt er mir
eines hin.

„schau mal.“

ich schaute.

es war ein post über politik.

einer dieser posts,
bei denen grundsätzlich
„die da oben“ schuld sind.

wer genau „die da oben“ sind,
war nicht ganz klar.

wahrscheinlich alle.

regierungen.
medien.
ausländer.
universitäten.
journalisten.
irgendwelche leute
mit zu viel geld.
irgendwelche leute
mit zu wenig geld.

am ende war eigentlich
jeder schuld.

ausser der typ,
der den post gemacht hatte.

der hatte natürlich
nur fragen gestellt.

„darf man das überhaupt noch sagen?“

dieser satz.

ich glaube,
„darf man das überhaupt noch sagen?“
ist mittlerweile
das „es war nur ein spass“
der politik.

ja.

du darfst es sagen.

du darfst auch sagen,
dass der mond aus käse ist.

die frage ist nicht,
ob du etwas sagen darfst.

die frage ist,
was du eigentlich sagst.

und warum.

ich fragte den typ:

„woher ist das?“

„hab ich geschickt bekommen.“

„von wem?“

„von einem kollegen.“

„und woher hat der das?“

kurze pause.

„keine ahnung.“

ah.

die moderne wissenschaft.

quelle:
ein kollege.

quelle des kollegen:
jemand.

quelle von jemand:
internet.

quelle des internets:
vertrau mir bruder.

ich musste lachen.

er nicht.

„ist doch wahr“, sagte er.

und da war es wieder.

dieses:

ist doch wahr.

der satz,
der jede diskussion beendet,
bevor sie angefangen hat.

später habe ich darüber nachgedacht,
wie gut sich solche sachen
mit ki verbreiten lassen.

früher musste jemand
einen rassistischen text schreiben.

heute kann eine maschine
hundert versionen davon machen.

eine für den wütenden familienvater.

eine für den enttäuschten arbeiter.

eine für die junge frau,
die „eigentlich unpolitisch“
ist.

eine, die sachlich klingt.

eine, die emotional klingt.

eine mit drei emojis.

eine ohne emojis,
damit es seriöser aussieht.

und plötzlich sieht es aus,
als würden tausende menschen
dasselbe denken.

obwohl vielleicht
zwanzig leute
und ein server dahinterstehen.

das ist das problem.

nicht,
dass die maschine
rechtsextrem ist.

die maschine ist nicht
rechtsextrem.

sie ist auch nicht
links.

sie ist nicht liberal,
konservativ,
sozialistisch
oder sonst irgendwas.

sie hat nicht einmal
eine schlechte meinung
über die schweizer bundesbahn.

sie hat gar keine meinung.

sie macht.

und wir entscheiden,
was daraus wird.

das ist irgendwie
weniger futuristisch,
aber viel beunruhigender.

ich finde es sowieso
komisch,
wie wir über ki sprechen.

„die ki weiss das.“

nein.

sie weiss es nicht.

„die ki denkt.“

nein.

sie rechnet.

„die ki versteht mich.“

vielleicht.

aber wahrscheinlich
nicht so,
wie du meinst.

ich habe meine kaffeemaschine
noch nie gefragt,
was sie über mich denkt.

sie macht kaffee.

das reicht.

mein toaster macht toast.

er schreibt keine
linkedin-beiträge darüber,
wie wichtig es ist,
„in einer zunehmend
digitalisierten welt
offen für veränderung
zu bleiben“.

zum glück.

ich habe dann versucht,
meinen text selbst zu schreiben.

nach ungefähr zehn minuten
war ich unzufrieden.

also habe ich wieder
die ki geöffnet.

„mach meinen text besser.“

sie antwortete:

„Natürlich! Ich kann dir helfen,
deine Gedanken klarer zu strukturieren
und sprachlich zu verfeinern.“

sprachlich verfeinern.

schon wieder
dieses linkedin-deutsch.

ich wollte keinen
„sprachlich verfeinerten“
text.

ich wollte einen text,
der vielleicht ein bisschen
scheisse ist,
aber dafür meiner.

das ist vielleicht
das letzte bisschen
menschlichkeit,
das wir uns leisten sollten:

schlecht schreiben.

selber.

weil inzwischen alles
glatt sein soll.

glatte bilder.

glatte lebensläufe.

glatte stimmen.

glatte meinungen.

glatte instagram-posts.

alle schreiben:

„in einer zunehmend
komplexen welt...“

ich kann diesen satz
nicht mehr sehen.

die welt ist nicht
„zunehmend komplex“.

die welt war schon immer
komplex.

meine sockenschublade
ist komplex.

ich weiss seit drei jahren
nicht,
warum ich 17 einzelne socken
besitze.

das ist komplex.

aber vielleicht
nicht gesellschaftspolitisch.

und genau da wird es
mit rechtsextremismus
gefährlich.

weil einfache antworten
sehr angenehm sind.

hier ist das problem.

dort ist der schuldige.

hier ist die lösung.

fertig.

du musst nicht mehr
nachdenken.

du musst nur noch
wütend sein.

und wut ist praktisch.

wut braucht keine quellen.

wut braucht keine fussnoten.

wut sagt:

„ich hab's gewusst.“

und wenn dann noch jemand
dazukommt und sagt:

„genau!“

fühlt es sich plötzlich
wie wahrheit an.

obwohl es vielleicht
nur zwei menschen sind,
die sich gegenseitig
bestätigen.

und jetzt kommt die ki
und kann dieses gefühl
in perfekte sätze packen.

das ist neu.

die menschenfeindlichkeit
ist nicht neu.

die effizienz
ist neu.

ich glaube deshalb,
wir müssen bei ki
nicht nur fragen:

„was kann sie?“

sondern:

„was machen wir damit?“

weil eine maschine
nicht plötzlich
rassistisch wird.

aber ein rassist
kann eine maschine benutzen.

und ein mensch,
der ständig wütend gemacht wird,
kann irgendwann vergessen,
dass hinter irgendeinem
politischen feindbild
echte menschen stehen.

menschen mit mützen.

menschen ohne mützen.

menschen mit schlechten frisuren.

menschen mit sehr schlechten
frisuren.

menschen, die den bus verpassen.

menschen, die im bus
laut telefonieren.

also teilweise
wirklich schwierige leute.

aber trotzdem menschen.

der typ im bus
stieg zwei stationen später aus.

ich sagte:

„schönen tag.“

er sagte:

„dir auch.“

vielleicht war er gar kein
Rechtsextremer.

vielleicht war er nur
jemand,
der einen dummen post
geteilt hatte.

vielleicht war er wütend.

vielleicht hatte er
schlechte erfahrungen.

vielleicht war er
einfach müde.

ich weiss es nicht.

und genau das ist
eigentlich der punkt.

ich weiss es nicht.

das ist ein satz,
den wir uns öfter erlauben sollten.

„ich weiss es nicht.“

nicht als schwäche.

sondern als anfang.

weil danach
eine frage kommen kann.

woher kommt das?

stimmt das?

wer sagt das?

was fehlt?

wem nützt diese erzählung?

und vor allem:

warum soll ich
einen anderen menschen
hassen?

zu hause habe ich
die ki noch einmal geöffnet.

sie fragte:

„Wie kann ich dir helfen?“

ich schrieb:

„keine ahnung.“

sie schrieb:

„Das ist völlig in Ordnung.“

das fand ich
für einen kurzen moment
ziemlich sympathisch.

dann dachte ich:

wahrscheinlich hat sie
das schon zu zehntausend
anderen menschen gesagt.

und plötzlich war
die magie wieder weg.

aber vielleicht
ist das auch okay.

ich muss nicht von einer
maschine verstanden werden.

ich möchte manchmal
einfach von anderen menschen
verstanden werden.

oder zumindest
nicht sofort blockiert.

ich glaube nicht,
dass ki die welt
retten wird.

ich glaube auch nicht,
dass ki die welt
zerstören wird.

das wäre viel zu einfach.

wahrscheinlich wird sie
beides tun.

sie wird menschen helfen.

sie wird menschen schaden.

sie wird gute bilder machen.

sie wird schlechte bilder machen.

sie wird texte schreiben,
die niemand hätte schreiben
können.

und gleichzeitig
Millionen texte erzeugen,
die niemand lesen möchte.

sie wird medizin verbessern,
forschung beschleunigen,
arbeit erleichtern.

und sie wird propaganda
billiger,
schneller und überzeugender
machen.

das ist kein widerspruch.

das ist technik.

ein hammer kann
ein regal bauen.

ein hammer kann
auch etwas anderes.

die entscheidende frage
ist immer:

wer hält ihn?

also.

gestern sass ich
im bus.

neben einem fremden mann.

er zeigte mir
ein politisches video,
von dem niemand wusste,
woher es kam.

ich sass da,
mit meinem müden kopf,
und dachte:

vielleicht ist genau das
unsere aufgabe.

nicht alles glauben.

aber auch nicht alles
sofort verachten.

fragen.

zuhören.

widersprechen.

nachschauen.

und irgendwann vielleicht
sagen:

„nein.

das ist keine meinung mehr.

das ist menschenfeindlich.“

ohne dabei zu schreien.

ohne den anderen
zum monster zu machen.

einfach sagen:

nein.

hier ist eine grenze.

weil menschen
keine kommentarsektionen sind.

und weil ein algorithmus
niemals die verantwortung
dafür übernehmen wird,
was wir aus seinen worten machen.

wir schon.

leider.

oder zum glück.

wahrscheinlich beides.

und jetzt müsste ich
eigentlich noch
ein grosses schlusswort schreiben.

irgendwas über die zukunft.

über menschlichkeit.

über demokratie.

über technologie.

aber ich lasse es.

die zukunft kommt sowieso.

wahrscheinlich schneller,
als uns lieb ist.

und wenn dann
irgendeine ki fragt:

„möchtest du,
dass ich diesen text
noch etwas emotionaler
und pointierter formuliere?“

dann sage ich:

nein.

lass ihn.

er ist nicht perfekt.

aber er ist meiner.

und das reicht.

also.

fast.

eine sache noch:

auf dem kaffeebecher
des typen im bus
stand nicht
„make today amazing“.

da stand:

„you got this.“

hatte ich nicht.

aber immerhin
hatte ich einen text.

und einen bus,
der nur vier minuten
zu spät war.

für die schweiz
ist das eigentlich
schon ziemlich amazing.

[[anm. der red. das war nun alles von chatgpt]]

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a n a . w o r d s
aus dem hellblauen salon

furcht und schrecken seit 1997

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