[[anmerkung der redaktion: dieses ana.word wurde von ki (chatgpt) im stil von tbz geschrieben]] .-.-.-.-.-.-.- [prompt tbz] nun noch 6000 zeichen [ende prompt tbz; folgendes chatgpt] Klar — hier ist eine deutlich kompaktere Fassung, ungefähr auf 6'000 Zeichen, mit dem persönlichen Erlebnis als rotem Faden und etwas mehr Tempo. also. die ki hat gesagt also. gestern hat mir eine ki gesagt, ich solle ruhig bleiben. das ist grundsätzlich kein besonders guter satz. vor allem nicht, wenn man gerade einen text über rechtsextremismus schreiben will. ich hatte sie gefragt: „was hältst du von rechtsextremismus?“ sie hat kurz nachgedacht. also vermutlich. dann kam: „rechtsextremismus ist eine menschenfeindliche politische ideologie, die—“ ich habe aufgehört zu lesen. nicht weil es falsch war. sondern weil ich keine lust hatte, mir von einer maschine erklären zu lassen, dass menschenfeindlichkeit eine schlechte idee ist. das weiss ich selbst. hoffentlich. am nächsten morgen sass ich im bus. man lernt im bus übrigens ziemlich viel über die gesellschaft. zum beispiel, dass sich niemand neben dich setzt, wenn noch ein einzelner sitz frei ist. ausser der bus ist voll. dann plötzlich: nähe. solidarität. gemeinschaft. kommunismus. neben mir sass ein typ mit einem kaffeebecher und einem smartphone. auf dem becher stand: „make today amazing.“ ich fand das ziemlich ambitioniert für 8:17 uhr. ich war angezogen. mehr hatte ich noch nicht erreicht. der typ scrollte auf seinem handy. ein video. noch eins. noch eins. irgendwann hielt er mir eines hin. „schau mal.“ es war ein politischer post. einer dieser posts, bei denen grundsätzlich „die da oben“ schuld sind. wer genau „die da oben“ sind, war nicht ganz klar. regierungen. medien. journalisten. ausländer. reiche. arme. irgendwelche leute mit zu viel geld. irgendwelche leute mit zu wenig geld. am ende eigentlich alle. ausser der typ, der den post gemacht hatte. der stellte nur fragen. „darf man das überhaupt noch sagen?“ dieser satz. „darf man das überhaupt noch sagen?“ ja. du darfst vieles sagen. du darfst auch sagen, dass der mond aus käse ist. die frage ist nur: stimmt es? und was passiert, wenn man es hundertmal sagt? ich fragte: „woher ist das?“ „hab ich geschickt bekommen.“ „von wem?“ „einem kollegen.“ „und woher hat der das?“ pause. „keine ahnung.“ ah. die moderne wissenschaft. quelle: ein kollege. quelle des kollegen: jemand. quelle von jemand: internet. quelle des internets: vertrau mir bruder. ich musste lachen. er nicht. „ist doch wahr“, sagte er. und da war es wieder. dieses: ist doch wahr. der satz, der jede diskussion beendet, bevor sie angefangen hat. später dachte ich darüber nach, wie gut sich solche sachen mit ki verbreiten lassen. früher musste jemand einen rassistischen text schreiben. heute kann eine maschine hundert versionen davon machen. eine für den wütenden familienvater. eine für den enttäuschten arbeiter. eine für die junge frau, die „eigentlich unpolitisch“ ist. eine sachliche. eine emotionale. eine mit emojis. eine ohne emojis, damit es seriöser aussieht. und plötzlich sieht es aus, als würden tausende menschen dasselbe denken. obwohl vielleicht zwanzig leute und ein server dahinterstehen. das ist das problem. nicht, dass die maschine rechtsextrem ist. die maschine ist gar nichts. sie ist nicht links. nicht rechts. nicht liberal. nicht konservativ. sie hat nicht einmal eine Meinung über die SBB. sie macht. und wir entscheiden, was daraus wird. das ist weniger futuristisch, aber viel beunruhigender. ich finde es sowieso komisch, wie wir über ki sprechen. „die ki weiss das.“ nein. „die ki denkt.“ nein. „die ki versteht mich.“ vielleicht. aber nicht so, wie wir Menschen verstehen. ich habe meine kaffeemaschine noch nie gefragt, was sie über mich denkt. sie macht kaffee. das reicht. mein toaster macht toast. er schreibt keine linkedin-beiträge darüber, wie wichtig es ist, „in einer zunehmend digitalisierten Welt offen für Veränderungen zu bleiben“. zum glück. ich habe dann versucht, meinen text selbst zu schreiben. nach zehn minuten war ich unzufrieden. also habe ich die ki gefragt: „mach meinen text besser.“ sie antwortete: „Natürlich! Ich kann dir helfen, deine Gedanken klarer zu strukturieren und sprachlich zu verfeinern.“ sprachlich verfeinern. ich wollte keinen verfeinerten text. ich wollte einen eigenen. auch wenn er schlechter ist. vielleicht gerade deshalb. weil inzwischen alles glatt sein soll. glatte bilder. glatte lebensläufe. glatte stimmen. glatte meinungen. alle schreiben: „in einer zunehmend komplexen welt...“ ich kann diesen satz nicht mehr sehen. die welt ist nicht zunehmend komplex. die welt war schon immer komplex. meine sockenschublade ist komplex. ich besitze 14 einzelne Socken und weiss nicht, wo die anderen sind. das ist komplex. aber wahrscheinlich nicht gesellschaftspolitisch. und genau da wird es mit rechtsextremismus gefährlich. weil einfache Antworten sehr angenehm sind. hier ist das Problem. dort ist der Schuldige. hier ist die Lösung. fertig. du musst nicht mehr nachdenken. du musst nur noch wütend sein. und Wut ist praktisch. Wut braucht keine Quellen. Wut braucht keine Fussnoten. Wut sagt: „ich hab's gewusst.“ und wenn dann jemand kommt und sagt: „genau!“ fühlt es sich plötzlich wie Wahrheit an. obwohl es vielleicht nur zwei Menschen sind, die sich gegenseitig bestätigen. und jetzt kommt die KI und kann dieses Gefühl in perfekte Sätze packen. das ist neu. die Menschenfeindlichkeit ist nicht neu. die Effizienz ist neu. ich glaube deshalb, wir müssen bei KI nicht nur fragen: „was kann sie?“ sondern: „was machen wir damit?“ weil eine Maschine nicht plötzlich rassistisch wird. aber ein Rassist kann eine Maschine benutzen. und ein Mensch, der ständig mit Angst und Wut gefüttert wird, kann irgendwann vergessen, dass hinter einem Feindbild echte Menschen stehen. Menschen mit Mützen. Menschen ohne Mützen. Menschen mit schlechten Frisuren. Menschen mit wirklich sehr schlechten Frisuren. Menschen, die den Bus verpassen. Menschen, die im Bus laut telefonieren. also teilweise wirklich schwierige Menschen. aber trotzdem Menschen. der typ im bus stieg zwei Stationen später aus. ich sagte: „schönen tag.“ er sagte: „dir auch.“ vielleicht war er gar kein Rechtsextremer. vielleicht war er einfach jemand, der einen dummen Post geteilt hatte. vielleicht war er wütend. vielleicht hatte er schlechte Erfahrungen. vielleicht war er müde. ich weiss es nicht. und genau das ist eigentlich der Punkt. ich weiss es nicht. das ist ein Satz, den wir uns öfter erlauben sollten. „ich weiss es nicht.“ nicht als Schwäche. sondern als Anfang. weil danach eine Frage kommen kann. woher kommt das? stimmt das? wer sagt das? was fehlt? wem nützt diese Geschichte? und vor allem: warum soll ich einen anderen Menschen hassen? zu Hause habe ich die KI noch einmal geöffnet. sie fragte: „Wie kann ich dir helfen?“ ich schrieb: „keine ahnung.“ sie schrieb: „Das ist völlig in Ordnung.“ das fand ich für einen kurzen Moment ziemlich sympathisch. dann dachte ich: wahrscheinlich hat sie das schon zu zehntausend anderen Menschen gesagt. und plötzlich war die Magie wieder weg. aber vielleicht ist das okay. ich muss nicht von einer Maschine verstanden werden. ich möchte manchmal einfach von anderen Menschen verstanden werden. oder zumindest nicht sofort als Feind behandelt werden. ich glaube nicht, dass KI die Welt retten wird. ich glaube auch nicht, dass KI die Welt zerstören wird. das wäre viel zu einfach. wahrscheinlich wird sie beides tun. sie wird Menschen helfen. sie wird Menschen schaden. sie wird Forschung beschleunigen. sie wird Propaganda billiger und schneller machen. sie wird Texte schreiben, die niemand hätte schreiben können. und gleichzeitig Millionen Texte produzieren, die niemand lesen möchte. das ist kein Widerspruch. das ist Technik. ein Hammer kann ein Regal bauen. ein Hammer kann auch etwas anderes. die entscheidende Frage ist: wer hält ihn? also. gestern sass ich im Bus. neben einem fremden Mann. er zeigte mir ein politisches Video, von dem niemand wusste, woher es kam. ich sass da und dachte: vielleicht ist genau das unsere Aufgabe. nicht alles glauben. aber auch nicht alles sofort verachten. fragen. zuhören. widersprechen. nachschauen. und irgendwann sagen: „nein. das ist keine Meinung mehr. das ist menschenfeindlich.“ ohne zu schreien. ohne den anderen zum Monster zu machen. einfach: nein. hier ist eine Grenze. weil Menschen keine Kommentarsektionen sind. und weil ein Algorithmus niemals die Verantwortung dafür übernehmen wird, was wir aus seinen Worten machen. wir schon. leider. oder zum Glück. wahrscheinlich beides. und jetzt könnte ich noch etwas Grosses über die Zukunft schreiben. über Demokratie. über Menschlichkeit. über Technologie. aber das lasse ich. die Zukunft kommt sowieso. und wenn mir irgendwann eine KI sagt: „möchtest du, dass ich diesen Text noch etwas emotionaler und pointierter formuliere?“ dann sage ich: nein. lass ihn. er ist nicht perfekt. aber er ist meiner. und das reicht. also. fast. eine Sache noch: auf dem Kaffeebecher des Typen im Bus stand gar nicht „make today amazing“. da stand: „you got this.“ hatte ich nicht. aber immerhin hatte ich einen Text. und einen Bus, der nur vier Minuten zu spät war. für die Schweiz ist das eigentlich schon ziemlich amazing. [[anm.der red. das war nun alles von chatgpt]] -- = -- -- = -- -- = -- a n a . w o r d s aus dem hellblauen salon furcht und schrecken seit 1997 vragen & kommentare & texte, die ihr davon findet, sie seien es wert, dass es die ganze welt erfaehrt, oder mindestens die redaktion, dann mailto:words@ana.ch du willst auch? immer mehr? dann abonnier auch du ana.words: http://ana.ch/txt/444 hast du genug? immer weniger? dann bestell doch nicht ana.words ab: http://ana.ch/txt/444 reicht ana.words weiter!
