mahalwords, Chicken boys

mahalwords, Chicken boys
3. Januar 1998 michael
In mahalwords
Chicken boys | come to where the chicken are!

Hambert, bei seinen Freunden als "Bert" bekannt, arbeitet
als Lagerist in einem grossen Versandhaus. Seine Arbeit
macht ihm sehr viel Spass. Bert isst seinen Menusalat immer
nach der Hauptspeise. "Da entfaltet sich das Aroma des
Rettichs erst richtig.", sagt er. Ob das den Tatsachen
entspricht oder nicht, sei dahingestellt. Jedenfalls hat
Hambert ein tolles Hobby: Huehner zureiten und zuechten.

Abends, wenn ihn seine Frau Groet (sie sind sehr gluecklich
zusammen) zuhause begruesst, gibt es meistens einen Kuss auf
die Wange. Wenn nicht, weiss Hambert, dass wiedermal eines
seiner Huehner entlaufen ist. Dann gibt's Schelte, oft auch
Pruegel. An den Wochenenden ist es dann wieder so weit.
Nachdem er um 16.05 Uhr (er arbeitet meistens Ueberzeit)
ausgestempelt hat, faehrt er nach Hause. Dort wartet Groet.
Sie hat die Koffer schon gepackt und die Huehner vor den
Wagen gespannt. Sie hat sich schon umgezogen, und ihre
Wangen brennen vor Aufregung. "Fritz, oep heg ti goetz!"'
ruft sie schon von Weitem. Bei diesen Worten weiss Bert:
"Ich muss die Ohrenstoepsel noch herausnehmen! Oh, da jubelt
sein Herz, da klingelt seine Huefte, da jauchzt sein
Zwoelffingerdarm. Schon seit sechs Jahren befasst sich
Hambert mit dem Fangen, Zureiten und Zuechten von Hueh-nern.
Seine Huehner lieben ihn. Letzes Jahr hatte er einen
schweren Unfall, als er als Experiment einen Adler zureiten
wollte. Zwei volle Monate Spitalaufenthalt und eine halbe
Zehe weniger waren das Resultat.

Das Hobby ist hart, aber schoen. Hambert mag es, den ganzen
Tag an der frischen Luft zu sein. Bei jedem Wetter. Die
meiste Zeit verbringt er damit, die Huehner zu fuettern und
zu pflegen. Doch wenn es wiedermal soweit ist, nimmt er sein
Lieblingshuhn, lsmael, aus dem Stall und sattelt es
sorgfaeltig. Dann reitet er hinaus in die weite Ebene und
laesst seinen Lockruf laut erklingen. Kaum hat er ein wildes
Huhn erblickt, beginnt die Jagd. Nachdem er es erreicht hat,
laesst er seinen lsmael auf gleicher Hoehe galoppieren. Dann
kommt der gefaehrlichste Teil: Hambert muss von lsmaels
Ruecken auf den des wilden Huhnes springen. Die Welt
zittert. Und nun zeigt sich das Koennen des Bert. Tief in
die Flanken des Tieres schlaegt er seine Sporen. Laut
gackert es auf und versucht verzweifelt, den Plaggeist
abzuwerfen.

Aber Bert haelt sich tapfer. Dann versucht es das tueckische
Huhn mit einer anderen Finte. Es rollt sich ueber den Boden,
schlaegt aus, flattert, beisst und kratzt zugleich.

Hilft aber nicht. Schliesslich geht Bert als Sieger hervor
und bindet das neu gefangene Huhn an den Ismael.

Gemeinsam reiten sie dem Sonnenuntergang entgegen, nach
Hause zu. Dort wartet Groet sicher schon mit frischen
Hundekuchen und Preisselbeerjoghurt und Oepfli auf ihren
mutigen Hambert.

(Pipeline 12.97)


fabi@bluewin.ch



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