ana.words, kunst und glueckskrankheit

ana.words, kunst und glueckskrankheit
2. Juli 2024 tbz
zur kunstverteilung vom freitag schrieb prisca:

Liebe tbz

Nein, so darfst du nicht denken 😉 
(ich weiss ja, so bierernst war es nicht gemeint)

Denke daran, wie menschlich wertvoll es ist - wie ich finde -, von einem
Kunstwerk so intensiv berührt zu werden, wie es bei dir bei dem Hodler
der Fall war in dem Moment. Dieser Moment ist nicht einfach gekommen und
wieder weg (als wäre er nie gewesen). Als wertvoller Moment ist er für
immer da (gewesen). 

Die Tatsache, dass überhaupt irgendwelche Menschen so berührt werden von
Kunst, bleibt schön, auch wenn manche Kunstwerke bei reichen Leuten
versauern sollten. Und in dem Fall jetzt kommen immerhin diese Bilder
noch unter die Leute, auch wenn sie meistens beim Blocher sind. Er
besitzt sie zwar rechtlich als handelbare Ware, aber sie gehören allen,
welche sie anschauen und von ihnen berührt werden. Dieses eine Bild
sowie auch die anderen Kunstwerke, die du nennst, gehören im Herzen dir.
😊 

Grüessli von Prisca


dazu fand tbz:
also bitzli so darf sie schon denken.
schon als sie erstmals die sammlung buehrle sah
gab das irgendwie schier nen lachanfall
weil die menge so absurd war.
NOCH ein van gogh? NOCH ein picasso? 
wtf, wieviel kommt da noch, wuahaha, absurd...
(und ja,
da reden wir nun nicht drueber
wie der buehrle erstens zu geld
und zweitens zu den bildern kam)

und ebenso absurd darf tbz es irgendwie finden
dass eine einzelne person eine sammlung hat
von mal grob geschaetzen/unterschaetzten
ueber 100 millionen franken.
(quelle anfang 2022:
https://www.schweizer-illustrierte.ch/people/christoph-und-silvia-blocher-zeigen-ihren-bilder-schatz
ein ganzes du-heft dazu oktober 2015:
https://www.blocher.ch/wp-content/uploads/pdf_assorted/Du860_SammlungBlocher_final_II_screen_01.pdf )

da ist doch was mit der kapitalverteilung bitz, aehem, komisch.
(ohne nun noch auf die absurditaeten des kunstmarktes einzugehen)

was man dem blocher zugute halten muss - hoerthoert -
ist dass er nicht nach wert/anlage
sondern nach gefallen/geschmack sammelte
(halt ein recht teurer geschmack!)
und seine werke auch gerne fuer ausstellungen ausleiht
und WILL, dass die andere sehen koennen.

und aber ja,
die beruehrung durch kunst,
die ist viel wert.

und tbz ging ihr bild am freitag
auf dem heimweg von einem termin nochmals anschauen
und dann am sonntag
war nach gaffen des umzugs des eidgenoessischen trachtenfests
auf dem heimweg grad noch etwas zeit und tbz hat's spontan
- moll chum, jetzt gani dä siech nomal go aluege! -
in der allerletzten ausstellungsstunde 
nochmals bewundert.
und adiötschüss, uf(nimmer)wiedergüx.
häv fön in herrliberg.


kommen wir drum nun zu glueck:

"es wird vorgeschlagen, glück als psychische erkrankung einzuordnen und
in den künftigen ausgaben der großen diagnostischen leitfäden unter
einem neuen namen zu führen: schwere affektive störung, angenehmer
prägung. eine zusammenschau der relevanten literatur zeigt, dass glück
statistisch betrachtet ein abnormer zustand ist, eine unaufdringliche
ansammlung von symptomen aufweist, mit klaren kognitiven anomalien
einhergeht und vermutlich eine abweichende funktion des zentralen
nervensystems widerspiegelt. ein möglicher einwand gegen dieses vorgehen
aber bleibt – glück wird nicht als negativ betrachtet. doch dieser
einwand lässt sich als wissenschaftlich irrelevant entkräften."

richard bentall
(professor für klinische psychologie an der universität sheffield),
journal of medical ethics, 1992

gefunden in: „vielleicht solltest du mal mit jemandem darueber reden.“
von lori gottlieb

mehr krankheiten morgen bei ana.

(bild:
von tbz am 14. juni
vom tram aus gfoetelet)

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a n a . w o r d s
aus dem hellblauen salon

It is proposed that happiness be classified as a psychiatric
disorder and be included in future editions of the major
diagnostic manuals under the new name: major affective
disorder, pleasant type. In a review of the relevant literature it
is shown that happiness is statistically abnormal, consists of a
discrete cluster of symptoms, is associated with a range of
cognitive abnormalities, and probably reflects the abnormal
functioning of the central nervous system. One possible
objection to this proposal remains—that happiness is not
negatively valued. However, this objection is dismissed as
scientifically irrelevant.

furcht und schrecken seit 1997

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